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Medizinische Tests

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Medizinische Tests & Schnelltests: Point-of-Care-Diagnostik für Arztpraxen und Labore

Medizinische Tests sind das Rückgrat der ambulanten Diagnostik. Point-of-Care-Tests (POC-Tests) – also Tests, die direkt in der Praxis ohne Einsendung in ein externes Labor durchgeführt werden – ermöglichen schnelle Diagnosestellung, unmittelbare Therapieeinleitung und effizientere Patientensteuerung. Innerhalb von wenigen Minuten liefern moderne Schnelltests zuverlässige Ergebnisse zu Infektionskrankheiten, Blut- und Urinparametern, Tumormarkern und kardiovaskulären Biomarkern. Praxis-Helden.de führt über 95 Testpositionen für die professionelle Praxisdiagnostik – von einfachen Urinteststreifen bis hin zu komplexen immunologischen Kassettentests.

Dieser Leitfaden erklärt die wichtigsten Testkategorien, erläutert das Prinzip der Point-of-Care-Diagnostik und gibt praxisnahe Hinweise zur Auswahl, Qualitätssicherung und korrekten Interpr etation von Testergebnissen.

Qualitätssicherung bei POC-Tests: Alle In-vitro-Diagnostika (IVD) müssen nach EU-Verordnung 2017/746 (IVDR) CE-gekennzeichnet sein. Für die Qualitätssicherung in der Praxis sind regelmäßige Qualitätskontrollen mit validierten Kontrollmaterialien Pflicht – sowohl interne als auch externe Ringversuche (RILIBÄK). Nur so ist die diagnostische Zuverlässigkeit der Testergebnisse gewährleistet.

Schnelltests: Sofortdiagnostik ohne Laborwartezeit

Der Schnelltest – in der Fachsprache Point-of-Care-Test oder Bedside-Test – ist definiert als ein diagnostischer Test, bei dem Probengewinnung, Testdurchführung und Ergebnisablesung in unmittelbarer Patientennähe stattfinden, ohne Einsendung in ein externes Labor. Das Ergebnis liegt in der Regel nach 5–15 Minuten vor. Die Grundlage der meisten Schnelltests ist das immunochromatographische Prinzip: Ein spezifischer Antikörper auf dem Teststreifen bindet das gesuchte Antigen (oder den Antikörper) aus der Probe – das Ergebnis wird durch eine sichtbare Bande angezeigt.

Die diagnostische Qualität eines Schnelltests wird durch zwei Kennzahlen definiert: Sensitivität (Anteil der korrekt positiv erkannten Fälle) und Spezifität (Anteil der korrekt negativ erkannten Fälle). Hochwertige Schnelltests erreichen Sensitivitäten und Spezifitäten über 95 % – ausreichend für die klinische Entscheidungsfindung in der Praxis. Bei unklaren oder klinisch nicht kongruenten Ergebnissen sollte immer eine laborchemische Bestätigungsuntersuchung erfolgen.

Infektionsdiagnostik: Die größte Schnelltest-Kategorie

In der Infektionsdiagnostik sind Schnelltests am weitesten verbreitet. Die wichtigsten Tests für die Allgemeinpraxis sind der Streptokokken-A-Schnelltest (Rachenabstrich, Ergebnis in 5–10 Minuten, Standard bei Tonsillopharyngitis), der Influenza-Schnelltest (Nasenabstrich, differenziert Influenza A und B, relevant in der Grippesaison), der CRP-Schnelltest (Kapillarblut, unterscheidet bakterielle von viraler Infektion), und der Helicobacter-pylori-Test (Stuhl-Antigentest, nicht-invasive H.-pylori-Diagnostik). Für die Pneumonieabteilung ist der Pneumokokken-Urinantigentest etabliert. Alle diese Tests sind in der hausärztlichen Praxis relevant und führen direkt zu Therapieentscheidungen.

Testkategorie Typische Tests Probenmaterial Ergebniszeit
Infektionsdiagnostik Streptokokken A, Influenza A/B, CRP, H. pylori, RSV, Mononukleose Abstrich, Kapillarblut, Stuhl, Urin 5–15 Min.
Urindiagnostik Harnwegsinfekt (Leukozyten, Nitrit, Blut), Glucose, pH, Eiweiß, hCG Mittelstrahlurin 1–2 Min. (Streifentest)
Kardiovaskuläre Marker Troponin I/T, D-Dimer, BNP/NT-proBNP Kapillar- oder Venenblut 10–20 Min.
Tumormarker PSA (Prostata), FOB/FIT (okkultes Blut im Stuhl), Blasentumormarker Blut, Stuhl, Urin 5–15 Min.
Stoffwechsel & Hormone HbA1c, TSH, hCG (Schwangerschaft), LH (Ovulation), FSH Kapillarblut, Urin 5–15 Min.
Bakteriologie / Abstrich Abstrichsysteme, Nährböden, Urikult Abstrich, Mittelstrahlurin 24–72 Std. (Kultur)
Blutsenkung / Gerinnung BSG-Systeme, Quick/INR, aPTT Venenblut (EDTA/Citrat) Je nach Methode

Urintests: Einfach, schnell, informativ

Der Urinteststreifen ist einer der ältesten und gleichzeitig meistgenutzten Schnelltests in der Arztpraxis. In wenigen Sekunden liefert er semiquantitative Informationen zu bis zu 12 Parametern: pH-Wert, Leukozyten, Nitrit, Erythrozyten, Protein, Glucose, Keton, Urobilinogen, Bilirubin, spezifisches Gewicht und Ascorbinsäure. Für die Praxis besonders relevant ist die Kombination aus Leukozyten und Nitrit als Hinweis auf einen Harnwegsinfekt – ein positiver Befund beider Parameter hat eine hohe prädiktive Aussagekraft.

Für eine zuverlässige Urintestung sind drei Punkte entscheidend: erstens frischer Mittelstrahlurin (mindestens 2 Stunden Blasenverweilzeit), zweitens korrekte Lagerung der Teststreifen (trocken, lichtgeschützt, nicht nach Öffnen über die angegebene Verwendungsfrist hinaus nutzen) und drittens die korrekte Ablesezeit nach Herstellerangabe. Automatische Urinanalysegeräte reduzieren die subjektive Variabilität der visuellen Ablesung und sind für Praxen mit hohem Urindiagnostik-Volumen empfehlenswert.

Bluttests: Vom CRP bis zum Troponin

Kapillarblut-basierte Schnelltests haben die Praxisdiagnostik revolutioniert. Mit einem einzigen Tropfen Blut aus der Fingerbeere lassen sich innerhalb von Minuten klinisch relevante Parameter bestimmen. Der CRP-Schnelltest ist dabei der meistgenutzte: Er unterscheidet mit hoher Zuverlässigkeit bakterielle von viralen Infektionen und ist damit ein direkter Steuerer für die Antibiotika-Entscheidung. Studien zeigen, dass CRP-gestütztes Antibiotika-Prescribing den unnötigen Antibiotikaverbrauch in der Hausarztpraxis signifikant reduziert.

Der Troponin-Schnelltest ist ein potenziell lebensrettender Test in der Notfallsituation: Bei Verdacht auf akutes Koronarsyndrom kann ein negativer hochsensitiver Troponin-Test mit hoher Sicherheit einen Myokardinfarkt ausschließen und unnötige Krankenhauseinweisungen vermeiden. Der D-Dimer-Test wird bei Verdacht auf Lungenembolie oder tiefe Venenthrombose eingesetzt – ein negativer Wert schließt bei niedrigem klinischen Vortestwahrscheinlichkeit ein thromboembolisches Ereignis mit hoher Sicherheit aus.

Praxistipp Qualitätskontrolle: Nach RILIBÄK sind für quantitative POC-Tests regelmäßige interne Qualitätskontrollen vorgeschrieben. Externe Ringversuche (z. B. über INSTAND e. V. oder Referenzinstitut für Bioanalytik) sind für akkreditierte Laboratorien verpflichtend. Für nicht-akkreditierte Praxislabore empfiehlt sich die freiwillige Teilnahme – sie dokumentiert die diagnostische Qualität und schützt im Haftungsfall.

Abstrichsysteme und Bakteriologie: Keime sicher nachweisen

Abstrichsysteme sind das Werkzeug für den direkten mikrobiellen Nachweis – aus Rachen, Nase, Wunden, Genitaltrakt oder anderen Körperstellen. Ein hochwertiges Abstrichsystem besteht aus einem sterilen Abstrichtupfer mit definiertem Trägermaterial und einem Transportmedium, das die Lebensfähigkeit von Keimen bis zur Laboruntersuchung sicherstellt. Für schnelle Ergebnisse in der Praxis stehen Urikult-Systeme zur Verfügung: Nährböden, die direkt in der Praxis beimpft und im Brutschrank bebrütet werden – Keimwachstum nach 24–48 Stunden ohne externes Labor.

Die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) ist ein einfacher, preiswerter Entzündungsparameter, der besonders bei der Verlaufsbeurteilung ch ronisch-entzündlicher Erkrankungen und der Riesenzellarteriitis klinische Bedeutung hat. Moderne BSG-Systeme ermöglichen die Messung aus EDTA-Blut in 20 Minuten – deutlich schneller als die klassische Westergren-Methode nach einer Stunde.


FAQ: Medizinische Tests in der Arztpraxis

Was bedeutet CE-Kennzeichnung bei In-vitro-Diagnostika?

CE-Kennzeichnung bei IVD bedeutet, dass das Produkt die Anforderungen der EU-Verordnung 2017/746 (IVDR) erfüllt – einschließlich Leistungsbewertung, klinischer Evidenz und Qualitätsmanagementsystem des Herstellers. Für Klasse-C- und D-IVD (Hochrisiko-Tests wie HIV, Blutgruppen) ist eine Zertifizierung durch eine Benannte Stelle erforderlich. Alle in Deutschland im medizinischen Bereich eingesetzten Tests müssen CE-gekennzeichnet sein – nur so ist ihre diagnostische Leistung regulatorisch belegt.

Welche Schnelltests sind für eine Allgemeinpraxis unverzichtbar?

Für eine hausärztliche Allgemeinpraxis empfehlen sich mindestens: Urinteststreifen (täglich relevant), CRP-Schnelltest (Infektionssteuerung, Antibiotika-Entscheidung), Streptokokken-A-Test (Tonsillopharyngitis, besonders Pädiatrie), Influenzatest (Grippesaison), Schwangerschaftstest (hCG) und Blutzuckermessung. Je nach Patientenprofil und Fachausrichtung ergänzen Troponin, D-Dimer, H. pylori und Stuhlbluttest das Sortiment.

Wie lagere ich Schnelltests korrekt?

Die meisten Schnelltests werden bei Raumtemperatur (15–30 °C) gelagert, lichtgeschützt und trocken. Teststreifen aus geöffneten Packungen müssen immer sofort wieder fest verschlossen werden – Feuchtigkeit zerstört die Reagenzien. Das Mindesthaltbarkeitsdatum muss vor jeder Anwendung geprüft werden. Einige Tests (z. B. bestimmte Troponin-Tests) erfordern Kühlkettenlagerung – Herstellerangaben beachten. Gefrorene oder überhitzte Tests nie verwenden.

Was tun bei einem positiven Schnelltest-Ergebnis?

Ein positives Schnelltest-Ergebnis ist immer im klinischen Kontext zu interpretieren. Bei hoher Vortestwahrscheinlichkeit (typische Klinik + positiver Test) kann die Therapie direkt eingeleitet werden. Bei niedrigem Vortestwahrscheinlichkeit (atypische Klinik + positiver Test) sollte eine laborchemische Bestätigungsuntersuchung erfolgen. Falsch-positive Ergebnisse sind bei allen Tests möglich – klinisches Urteil geht immer vor.

Welche Qualitätssicherungspflichten bestehen für Praxislabore?

Nach den Richtlinien der Bundesärztekammer (RILIBÄK) sind für quantitative POC-Tests (z. B. CRP, Glucose, INR) regelmäßige interne Qualitätskontrollen mit validierten Kontrollmaterialien vorgeschrieben. Die Kontrollmessungen müssen dokumentiert werden. Für akkreditierte Laboratorien sind zusätzlich externe Ringversuche (Ringversuche über INSTAND e. V. oder vergleichbare Anbieter) verpflichtend. Qualitative Tests (z. B. Streifentests) unterliegen ebenfalls einer internen Qualitätskontrolle.

Wie zuverlässig sind Schnelltests im Vergleich zu Labortests?

Hochwertige Schnelltests erreichen Sensitivitäten und Spezifitäten von über 95 % – ausreichend für die klinische Entscheidungsfindung. Quantitative Labortests sind in der Regel präziser und haben niedrigere Nachweisgrenzen. Für die meisten klinischen Fragestellungen in der Praxis ist die POC-Diagnostik ausreichend sensitiv. Bei kritischen Entscheidungen (z. B. Troponin bei Herzinfarkt-Verdacht) sollte bei negativem Schnelltest und weiter bestehendem Verdacht eine laborchemische Kontrolluntersuchung erfolgen.



Fazit: Schnelltests steigern Diagnosequalität und Praxiseffizienz

Point-of-Care-Tests sind heute ein unverzichtbarer Bestandteil der modernen Praxisdiagnostik. Sie ermöglichen schnelle Diagnosen, unterstützen rationale Therapieentscheidungen – besonders bei der Antibiotikaindikation – und steigern die Patientenzufriedenheit durch unmittelbare Ergebniskommunikation. Praxis-Helden.de bietet ein vollständiges Sortiment an CE-zertifizierten Tests für alle relevanten diagnostischen Bereiche in der Arztpraxis – von der einfachen Urindiagnostik bis zum kardiovaskulären Biomarker.

Weiterführende Informationen zu Qualitätssicherung und Richtlinien finden Sie bei der Bundesärztekammer (BÄK) sowie beim INSTAND e. V. – Gesellschaft zur Förderung der Qualitätssicherung in medizinischen Laboratorien.

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