Desinfektion & Reinigung: Praxishygiene sicher, strukturiert und alltagstauglich umsetzen – für Arzt- und Tierarztpraxen
Desinfektion und Reinigung sind im Praxisbetrieb nicht „ein Thema für Begehungen“, sondern die Grundlage dafür, dass Diagnostik und Therapie ruhig, planbar und sicher ablaufen. In einer modernen Arztpraxis, in einem MVZ, in einer Klinikambulanz oder in der Tierarztpraxis treffen täglich Menschen, Tiere, Instrumente, Geräte und Kontaktflächen in hoher Frequenz aufeinander. Genau diese Frequenz ist der kritische Faktor: Je mehr Wechsel, desto wichtiger ist eine Praxishygiene, die nicht nur fachlich korrekt, sondern auch in Stresssituationen zuverlässig umsetzbar ist. Denn in der Realität entstehen Hygienelücken selten aus Absicht – sie entstehen aus Zeitdruck, aus unklaren Zuständigkeiten, aus falscher Dosierung, aus fehlenden Tüchern am richtigen Ort oder aus Produkten, die im Alltag nicht funktionieren.
Praxis-Helden.de bündelt in der Oberkategorie Desinfektion & Reinigung alles, was Sie benötigen, um Hygieneprozesse im Alltag stabil zu halten: von der Haut- und Händedesinfektion über Flächendesinfektion & Flächenreinigung bis zur Aufbereitung mit Instrumentendesinfektion und der spezialisierten Endoskopdesinfektion und -reinigung. Anders als früher ist diese Kategorie heute bewusst so aufgebaut, dass Sie hier Produkte finden und direkt auswählen können – und gleichzeitig über die Unterkategorien schnell in den richtigen Anwendungsbereich springen. Damit entstehen zwei sichere Wege: schnelle Standard-Beschaffung für den Alltag und gezielte Auswahl für spezielle Prozesse.
Warum Desinfektion und Reinigung im Praxisalltag unverzichtbar sind
Im medizinischen Alltag entstehen potenzielle Kontaminationsquellen nicht nur bei sichtbaren „Problemfällen“, sondern permanent im Hintergrund: Hände berühren Tastaturen, Türgriffe, Lichtschalter, Kartenterminals, Arbeitsflächen, Schubladengriffe, Stethoskope, Ultraschallköpfe und Blutdruckmanschetten. In der Tierarztpraxis kommen zusätzliche Faktoren hinzu: Tierhaare, eine höhere organische Last, häufigere Rekontamination durch Bewegung, Speichel, Sekret, Urin oder Kotspuren sowie der Umstand, dass Tiere Oberflächen nicht „verstehen“, sondern sie berühren, ablecken oder mit dem Fell Kontakt herstellen. Daraus folgt eine einfache Regel: Nicht „mehr Chemie“ macht Prozesse sicher – sondern die richtige Kombination aus Reinigung, Desinfektion und Standardisierung.
Reinigung bedeutet in der Praxis: organische Last entfernen (Protein, Fett, Biofilm-artige Beläge), Schmutzfilme reduzieren und die Oberfläche so vorbereiten, dass Wirkstoffe überhaupt dort ankommen, wo sie wirken sollen. Desinfektion bedeutet: Keime auf ein Niveau reduzieren, von dem keine Übertragungsgefahr mehr ausgeht – aber nur, wenn Konzentration, Einwirkzeit, Benetzung und Materialverträglichkeit stimmen. Häufige Fehler sind dabei nicht spektakulär, aber wirksam: zu trockenes Wischen, zu kurze Einwirkzeit, falsches Tuchmaterial, falsche Dosierung, Standzeiten werden überschritten oder Produkte werden auf Materialien eingesetzt, die auf Dauer Schaden nehmen. Genau deshalb ist diese Kategorie so wertvoll: Sie hilft Ihnen, Produkte nach Prozesslogik auszuwählen – nicht nach Bauchgefühl.
Reinigung vs. Desinfektion: Der Unterschied, der über Prozesssicherheit entscheidet
In vielen Praxen werden Reinigung und Desinfektion vermischt, weil beides „sauber machen“ klingt. In der Praxis sind das jedoch zwei unterschiedliche Werkzeuge mit unterschiedlichen Zielen. Reinigung entfernt die Last, Desinfektion reduziert die Keime. Und ganz wichtig: Reinigung ist häufig die Voraussetzung dafür, dass Desinfektion die erwartete Wirkung überhaupt erreicht. Wer beispielsweise eine proteinbelastete Fläche nur „kurz desinfiziert“, kann unbewusst eine Wirklücke erzeugen, weil organische Last Wirkstoffe behindern oder die Benetzung verhindern kann.
Praxisnah lässt sich das in drei Situationen denken:
- Routine-Kontaktflächen (Türgriffe, Bedienteile, Liegenrand): meist regelmäßige Desinfektion mit praxistauglicher Einwirkzeit, häufig mit Tüchern.
- Sichtbar verschmutzte Flächen (Sekret, Blut, Schmutzfilm): zuerst geeignete Reinigung bzw. Vorreinigung, dann Desinfektion.
- Aufbereitungsketten (Instrumente/Endoskope): strukturierter Ablauf mit Vorreinigung, Reinigung, Desinfektion, Spülung, Trocknung, Kontrolle – je nach Prozess.
Damit wird klar: Es geht nicht darum, „alles zu desinfizieren“, sondern darum, an den richtigen Stellen die Kontaktkette zu unterbrechen – und dabei Materialien, Zeit und Personalressourcen realistisch zu berücksichtigen. Genau hier hilft eine saubere Kategorisierung: Flächendesinfektion & Flächenreinigung für Kontaktflächen, Desinfektionstücher für schnelle und standardisierte Routinen, Instrumentendesinfektion und Instrumentenreinigung für strukturierte Aufbereitung.
| Praxisbereich | Typische Herausforderung | Passender Ansatz |
|---|---|---|
| Hände / Haut | Compliance, Hautverträglichkeit, kurze Abläufe | Standardisierte Händedesinfektion + Hautpflege-Logik |
| Kontaktflächen | Viele Berührpunkte, kurze Taktung, Materialmix | Wischdesinfektion mit praxistauglicher Einwirkzeit + geeignetes Tuch |
| Instrumente | Antrocknung, Proteinlast, Prozesskette | Vorreinigung verhindern + Reinigung + Desinfektion standardisieren |
| Endoskope | Materialsensibilität, Kanäle, definierte Schritte | Spezialisierte Mittel + strukturierte, dokumentierte Aufbereitung |
| Textilien | Hygieneanforderung und Waschroutine | Geeignete Wasch- und Desinfektionssysteme + klare Lagerlogik |
Struktur statt Chaos: So nutzen Sie diese Kategorie optimal
Die häufigste Ursache für Hygienefehler ist nicht mangelndes Wissen, sondern fehlende Struktur. Wenn mehrere Mitarbeitende bestellen, wenn unterschiedliche Räume unterschiedliche Standards haben oder wenn Produkte im Lager „irgendwo stehen“, entstehen schnell Fehlanwendungen: falsches Mittel auf falscher Fläche, falsche Dosierung, fehlende Tücher, wechselnde Einwirkzeiten. Diese Kategorie ist deshalb so aufgebaut, dass Sie Ihre Standards stabilisieren können – mit einer klaren Navigation und der Möglichkeit, Produkte direkt auszuwählen.
Der sicherste Weg zur Prozessstabilität ist die Definition eines „Praxis-Standards“ pro Anwendung:
- Standard für Händedesinfektion (Produkt, Spenderlogik, Platzierung, Nachfüllroutine).
- Standard für Flächenroutine zwischen Patienten (Tuch oder Lösung, Wischtechnik, Einwirkzeit, Tuchwechsel).
- Standard für sichtbare Verschmutzung (Vorreinigung, Entsorgung, danach Desinfektion).
- Standard für Instrumentenaufbereitung (Vorreinigung verhindern, Reinigung, Desinfektion, Spülung, Trocknung, Kontrolle, Dokumentation).
- Standard für Textilien (Waschmittel, Temperatur-/Programm-Logik, Lagerung rein/unrein).
Mit genau dieser Denkweise wird Hygiene nicht zum „Zusatzaufwand“, sondern zum wiederholbaren Handgriff. Und wiederholbare Handgriffe sind der Schlüssel, wenn Sie im Alltag schnell, sicher und stressarm arbeiten möchten.
Haut- und Händedesinfektion: Akzeptanz, Wirksamkeit und Hautschutz als Einheit
Die Händedesinfektion ist der stärkste Einzelhebel gegen Übertragung – aber nur, wenn sie konsequent und korrekt durchgeführt wird. Genau hier entscheidet oft die Produktwahl: Ein Mittel, das klebt, unangenehm riecht oder die Haut stark austrocknet, wird unbewusst kürzer angewendet oder seltener genutzt. Ein hautverträgliches, angenehm zu verwendendes Mittel erhöht die Compliance und stabilisiert damit die echte Schutzwirkung im Alltag. In der Unterkategorie Hautdesinfektion & Händedesinfektion finden Sie Produkte, die auf den Praxisbetrieb ausgelegt sind – für Routine, für patientennahe Situationen und für klare Standards.
Wichtig ist zudem die Unterscheidung zwischen Händewaschen und Händedesinfektion. Händewaschen ist sinnvoll bei sichtbarer Verschmutzung und zu bestimmten Zeitpunkten – übermäßiges Waschen kann die Hautbarriere schwächen. Die hygienische Händedesinfektion ist in vielen Situationen die praxistaugliche Standardmaßnahme, weil sie schnell ist und in den Ablauf passt. Wenn Sie diese Logik im Team sauber verankern und mit Hautreinigung & Hautpflege kombinieren, stabilisieren Sie langfristig die Hautbarriere – und damit auch die Durchführung im Alltag.
Flächendesinfektion & Flächenreinigung: Kontaktflächen sicher bearbeiten, Einwirkzeiten wirklich einhalten
Flächen sind der stille Übertragungsweg: Keime „reisen“ häufig über Hände und Kontaktflächen. Die Flächenroutine ist daher kein Nebenthema, sondern ein Kernprozess. Entscheidend ist dabei die praxistaugliche Umsetzung: Fläche vollständig benetzen, Einwirkzeit ablaufen lassen, keine „Trockenpolitur“, Tücher korrekt wechseln und Materialien schonen. In der Unterkategorie Flächendesinfektion & Flächenreinigung finden Sie dafür Systeme, die im Praxisbetrieb funktionieren – sowohl für Routinekontaktflächen als auch für Bereiche, die eine stärkere Reinigungsleistung benötigen.
Materialverträglichkeit ist dabei ein häufig unterschätzter Faktor. Kunstleder, Acrylglas, empfindliche Kunststoffe oder beschichtete Flächen reagieren unterschiedlich auf Wirkstoffsysteme. Ein gutes Konzept definiert daher im Team: Welche Mittel sind für welche Flächen freigegeben? Wo liegen sie? Welche Einwirkzeit gilt? Wer kontrolliert die Bestände? Sobald diese Punkte klar sind, wird Flächendesinfektion nicht nur sicherer, sondern auch schneller – weil Nacharbeit und Unsicherheit sinken.
Wischtechnik: Benetzen statt polieren
Viele Flächen werden zu trocken gewischt – oft aus dem Reflex heraus, dass es „sauber aussehen“ soll. Hygiene ist jedoch nicht Optik, sondern Prozess. Die Fläche muss sichtbar feucht bleiben, damit die Einwirkzeit wirklich stattfinden kann. Ein geeignetes Tuchsystem ist deshalb nicht nur Komfort, sondern Prozesssicherheit. Genau hier sind Desinfektionstücher oft ein starker Hebel: Sie reduzieren Dosierfehler, vereinheitlichen die Anwendung und beschleunigen die Routine, weil Entnahme und Benetzung standardisiert sind.
Desinfektionstücher: Schnelle Prozesse, weniger Dosierfehler, klare Routine
Gebrauchsfertige Tücher sind besonders dann sinnvoll, wenn Prozesse schnell und eindeutig sein müssen: Anmeldung, Wartezimmer, Behandlungsraum, Diagnostikgeräte, mobile Arbeitsplätze. Der Vorteil: Konzentration und Applikationsform sind vorgegeben, sodass typische Fehlerquellen (zu wenig Lösung, falsche Mischung, Standzeit überschritten) deutlich reduziert werden. Der entscheidende Punkt bleibt jedoch identisch: vollständige Benetzung, Einwirkzeit, Wechsel des Tuches nach definierten Regeln. In der Unterkategorie Desinfektionstücher finden Sie Lösungen für unterschiedliche Flächenanforderungen – von empfindlichen Oberflächen bis zu robusten Kontaktflächen.
Praxisnah ist außerdem die Frage der Entnahme: Eine gute Verpackung, die einhändige Entnahme erlaubt, reduziert Berührpunkte und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Mitarbeitende die Tücher wirklich so nutzen, wie es der Prozess verlangt. Das ist keine Kleinigkeit: Ein Tuchsystem, das „nervt“, wird im Alltag umgangen. Ein Tuchsystem, das reibungslos läuft, wird zur Routine.
Wunddesinfektion: Verträglichkeit, Indikation und sichere Anwendung
Wundantiseptik ist ein sensibler Bereich: Es geht um Wirksamkeit, aber ebenso um Verträglichkeit, Patientenkomfort und einen sauberen Ablauf. Nicht jedes Desinfektionsmittel ist für Wunden geeignet. Ein praxistauglicher Standard berücksichtigt die Art der Wunde, die Kontamination, die Zielsetzung (Infektionsprophylaxe vs. Behandlung) und die Applikationsform. In der Unterkategorie Wunddesinfektion finden Sie dafür passende Lösungen – sowohl für die Humanmedizin als auch für Situationen, in denen in der Tiermedizin besondere Anforderungen entstehen (z. B. mechanische Belastung, Lecken, häufigere Rekontamination).
Wichtig ist außerdem die Trennung von Wundantiseptik und Flächendesinfektion. Wer hier sauber unterscheidet, erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Professionalität im Ablauf: richtige Produkte am richtigen Ort, klare Indikation, klare Anwendung. Das stärkt auch das Vertrauen von Patienten und Tierhaltern, weil Prozesse nachvollziehbar und ruhig wirken.
Instrumentenreinigung & Instrumentendesinfektion: Prozesskette statt „irgendwie sauber“
Die Aufbereitung von Instrumenten ist eine der fehleranfälligsten Strecken, weil sie aus mehreren Schritten besteht und weil der Alltag zur Abkürzung verleitet. Genau hier gewinnen Praxen, die klare Standards haben: Vorreinigung bzw. Antrocknung verhindern, dann Reinigung, dann Desinfektion, danach Spülung/Trocknung, Kontrolle und – je nach Einsatz – Sterilisation. In den Unterkategorien Instrumentenreinigung und Instrumentendesinfektion finden Sie Produkte, die genau auf diese Logik ausgelegt sind.
Ein zentraler Punkt ist die Antrocknung: Wenn Blut, Sekret oder proteinreiche Last antrocknet, steigt der Aufwand massiv. Deshalb ist ein praxistauglicher Standard oft schon die Organisation: klare Behälter, definierter Ablauf nach Eingriffen, eindeutige Trennung rein/unrein, klare Zuständigkeit. Produkte unterstützen diesen Prozess – aber sie ersetzen keine Struktur. Umgekehrt gilt: Gute Struktur ohne passende Produkte führt ebenfalls zu Prozesslücken, weil Reinigungsleistung, Dosiersicherheit oder Standzeiten dann nicht stabil sind.
Dosierung und Standzeit: Kleine Fehler, große Wirkung
Unterdosierung schwächt die Wirkung, Überdosierung kann Material belasten, Rückstände erhöhen und Kosten treiben. Deshalb sind Dosier- und Applikationshilfen im Praxisalltag ein echter Sicherheitsgewinn: Sie reduzieren Variabilität, machen Prozesse reproduzierbar und entlasten Mitarbeitende, weil nicht jedes Mal neu „gerechnet“ werden muss. Wer Dosierung standardisiert, gewinnt nicht nur Hygiene, sondern auch Zeit und Ruhe.
Endoskopdesinfektion und -reinigung: Spezialisierte Anforderungen, klare Abläufe
Endoskope sind material- und prozesssensibel. Reinigung und Desinfektion müssen so erfolgen, dass Wirksamkeit erreicht wird und gleichzeitig Materialien geschont werden. Zusätzlich sind Kanäle, Aufsätze, Adapter und definierte Schritte zu berücksichtigen. In der Unterkategorie Endoskopdesinfektion und -reinigung finden Sie deshalb spezialisierte Produkte, die auf diese Anforderungen ausgerichtet sind. Entscheidend ist hier besonders die Prozesskette: Vorreinigung direkt nach Anwendung, geeignete Reinigung, anschließende Desinfektion, gründliche Spülung, Trocknung und sichere Lagerung. Wenn diese Kette stabil läuft, sinkt das Risiko von Prozessbrüchen deutlich.
Praxisnah bedeutet hier: klare Verantwortlichkeiten und eine Routine, die auch dann funktioniert, wenn der Alltag hektisch wird. Endoskopaufbereitung ist kein Bereich für Improvisation. Sobald Standards sauber dokumentiert und umgesetzt sind, entsteht Sicherheit – für Patienten, Mitarbeitende und die Praxisleitung.
Desinfektionswaschmittel und Textilhygiene: Saubere Lagerlogik, klare Trennung, reproduzierbare Ergebnisse
Textilien sind im Praxisbetrieb ein typischer „Nebenprozess“, der jedoch hygienisch relevant ist: Arbeitskleidung, Abdecktücher, Handtücher, bestimmte Polsterbezüge oder Schutztextilien. Hier entscheidet die Kombination aus Programm, Temperatur, Waschmittel und Lagerlogik (rein/unrein). In der Unterkategorie Desinfektionswaschmittel finden Sie Lösungen, die darauf ausgelegt sind, Textilhygiene planbar zu machen. Ergänzend gilt: Auch die Lagerung und der Transport sind Teil der Hygienekette. Reinwäsche darf nicht wieder kontaminiert werden, und Unreinwäsche muss so gehandhabt werden, dass keine unkontrollierte Verteilung entsteht.
Gerade in Tierarztpraxen können Textilien schneller rekontaminieren. Auch hier gilt: Prozesse schlagen Chemie. Wenn Trennung, Behälterlogik und klare Wechselpunkte stimmen, wird Textilhygiene robust und alltagstauglich.
Qualitätsprinzipien, die in jeder Praxis funktionieren
Ein wirksames Hygienekonzept lässt sich auf wenige, praxistaugliche Prinzipien reduzieren. Diese Prinzipien sind unabhängig davon, ob Sie Allgemeinmedizin, Dermatologie, Chirurgie, Gynäkologie, HNO, Pädiatrie oder Veterinärmedizin abdecken. Sie funktionieren, weil sie Alltagslogik abbilden – und Alltagslogik ist der entscheidende Faktor.
1) Wenige Standards, konsequent umgesetzt
Je mehr Produktvarianten, desto mehr Fehlerquellen. Definieren Sie pro Anwendung einen Standard: ein Händedesinfektionsstandard, ein Flächenstandard, ein Instrumentenstandard. Spezialprodukte nur dort, wo sie wirklich nötig sind.
2) Verfügbarkeit am Ort der Handlung
Was nicht griffbereit ist, wird in Stresssituationen ausgelassen. Spender, Tücher, Abwurf und Dosierhilfen gehören dorthin, wo der Prozess stattfindet – sichtbar, schnell erreichbar, regelmäßig nachgefüllt.
3) Einwirkzeit als Prozess (nicht als Zahl)
Einwirkzeit funktioniert nur, wenn die Fläche sichtbar feucht bleibt. Ein gutes Tuchsystem, eine passende Menge und eine Wischtechnik ohne „Trockenpolitur“ sind wichtiger als jede theoretische Diskussion.
4) Dokumentation so einfach wie möglich, aber konsequent
Kurze Checklisten, klare Verantwortlichkeiten, feste Intervalle. Dokumentation schützt die Praxisleitung, macht Übergaben einfacher und stabilisiert die Ausführung im Team.
Wissensbereich für sichere Praxisprozesse
Was ist im Alltag wichtiger: Reinigung oder Desinfektion?
Beides gehört zusammen. Reinigung entfernt organische Last und bereitet die Oberfläche vor, Desinfektion reduziert Keime gezielt. Praxisnah gilt: Bei sichtbarer Verschmutzung zuerst reinigen bzw. vorreinigen, danach desinfizieren. Für Routinekontaktflächen ist eine saubere Wischdesinfektion mit korrekter Benetzung und Einwirkzeit der Standard.
Warum scheitert die Einwirkzeit in vielen Praxen trotz guter Produkte?
Meist wegen zu trockener Anwendung oder Nacharbeit. Wenn eine Fläche nicht gleichmäßig benetzt ist oder zu früh trocken gerieben wird, kann die Einwirkzeit nicht vollständig stattfinden. Ein praxistauglicher Standard nutzt passende Tücher, ausreichende Benetzung und eine Wischtechnik, die nicht „poliert“, sondern benetzt.
Wann sind Desinfektionstücher die beste Lösung?
Wenn Prozesse schnell, eindeutig und standardisiert sein müssen: häufig berührte Kontaktflächen, Anmeldung, Geräteoberflächen, mobile Arbeitsplätze. Tücher reduzieren Dosierfehler und machen die Anwendung reproduzierbar. Entscheidend bleibt: Fläche vollständig benetzen, Einwirkzeit einhalten, Tuch nach Standard wechseln.
Wie verhindere ich Dosierfehler bei Reinigungs- und Desinfektionslösungen?
Durch Standardisierung und Hilfsmittel. Dosier- und Applikationshilfen reduzieren „Pi-mal-Daumen“-Mischungen und machen Prozesse reproduzierbar. Ergänzend helfen klare Kennzeichnung, feste Wechselintervalle und eine Teamroutine, die sichtbar dokumentiert ist.
Welche Rolle spielt Hautpflege für die Hygienequalität?
Eine große. Trockene, rissige Haut senkt die Compliance, weil Desinfektion als unangenehm empfunden wird. Hautpflege stabilisiert die Hautbarriere und erhöht die Konsequenz im Alltag. Daher gehören geeignete Waschlotionen und Pflegelotionen als fester Bestandteil in ein robustes Hygienekonzept.
Was sind die häufigsten Fehler in der Instrumentenaufbereitung?
Antrocknung, unklare Trennung rein/unrein, falsche Konzentration, nicht eingehaltene Zeiten und fehlende Prozesskette. Praxisnah ist der wichtigste Hebel: Antrocknung verhindern und die Schritte standardisieren (Vorreinigung, Reinigung, Desinfektion, Spülung, Trocknung, Kontrolle). Produkte helfen – aber der Ablauf entscheidet.
Wie kann ich Hygieneprozesse in Tierarztpraxen alltagstauglich absichern?
Durch klare Standards, die höhere organische Last berücksichtigen: definierte Vorreinigung bei sichtbarer Verschmutzung, robuste Flächenroutine, Tuchsysteme mit sicherer Benetzung, klare Entsorgung und eine Lagerlogik, die Rekontamination reduziert. Wichtig ist nicht „mehr Chemie“, sondern ein Prozess, der auch bei unruhigen Patienten stabil bleibt.
Wie halte ich Bestände, Verfallsdaten und Nachfüllungen im Griff?
Mit wenigen einfachen Regeln: Mindestbestand pro Raum, zentrale Nachfüllroutine, First-in-first-out im Lager, klare Zuständigkeit und kurze Checklisten (wöchentlich/monatlich). Wenn Nachfüllung „nebenbei“ passieren soll, scheitert sie oft. Wenn sie als fester Prozess geplant ist, bleibt sie stabil.
Fazit: Desinfektion & Reinigung als System denken – und dadurch ruhiger, sicherer und effizienter arbeiten
Ein Hygienekonzept ist nur dann wirklich wirksam, wenn es im Alltag funktioniert: schnell, eindeutig, materialverträglich und konsequent. Genau dafür ist diese Kategorie gemacht. Sie finden hier Produkte für den täglichen Bedarf und eine klare Navigation in die Unterkategorien, damit Sie für jede Anwendung den passenden Standard etablieren können – von Händehygiene und Flächenroutine bis zur Aufbereitung von Instrumenten und Endoskopen. Wenn Sie Hygiene als System aus Produkten + Verfügbarkeit + Prozesslogik verstehen, sinken Fehlerquoten, Begehungen werden entspannter und Ihr Team arbeitet ruhiger und professioneller.
Wenn Sie offizielle Grundlagen und Empfehlungen vertiefen möchten, sind diese beiden seriösen Einstiegsquellen sinnvoll (jeweils ausgeschrieben):
- Robert Koch-Institut (RKI): https://www.rki.de
- Weltgesundheitsorganisation (WHO) – Hand Hygiene: https://www.who.int
























