Richtlinien zur Aufbereitung medizinischer Instrumente 2026: Sicherheit in der Arztpraxis gewährleisten
Die Sicherheit in einer Arztpraxis hängt nicht nur von der Erfahrung der Ärzte ab, sondern auch stark davon, wie sorgfältig selbst kleine Hygieneschritte eingehalten werden. Wer medizinische Instrumente gründlich reinigt und desinfiziert, senkt nicht nur das Risiko von Infektionen für Patienten, sondern verhindert auch, dass das Vertrauen in die Praxis leidet. Interessant ist, welche Gesetze und Regeln hier wirklich den Alltag bestimmen. Genauso wichtig sind einfache Wege, wie Hygienemanagement klappt, wenn der Terminkalender voll ist. Dazu kommen moderne Geräte und Methoden, die den Ablauf heute oft deutlich einfacher und sicherer machen.
Warum die Aufbereitung medizinischer Instrumente so wichtig ist
Medizinische Instrumente kommen oft direkt mit Blut, Gewebe oder Schleimhäuten in Kontakt, genau dort, wo sich Keime besonders leicht ausbreiten. Schon winzige Rückstände können gefährliche Erreger enthalten. Wenn Reinigung, Desinfektion und anschließende Sterilisation nicht gründlich gemacht werden, kann schnell eine Infektionskette entstehen. Untersuchungen gehen davon aus, dass falsche Aufbereitung bei bis zu 15 % der Krankenhausinfektionen beteiligt ist. Manchmal reicht schon ein kleiner Fehler, um multiresistente Keime zu übertragen, im schlimmsten Fall mit tödlichem Ausgang.
Die Einhaltung der KRINKO/BfArM-Empfehlungen ist nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern ein zentraler Bestandteil der Patientensicherheit. Fehler in der Aufbereitung können schwerwiegende Infektionsketten auslösen.
— Dr. Martin Leonhard, SPECTARIS Jahrbuch 2026
Kategorien medizinischer Instrumente und ihre Aufbereitungsanforderungen
| Kategorie | Beispiel | Anforderung |
|---|---|---|
| Unkritisch | Stethoskop | Reinigung |
| Semikritisch | Endoskop | Reinigung + Desinfektion |
| Kritisch | Operationsbesteck | Reinigung + Desinfektion + Sterilisation |
Die richtige Einstufung sorgt dafür, dass der passende Ablauf gewählt wird. Ein Stethoskop lässt sich nach jedem Patientenkontakt schnell abwischen und desinfizieren. Ein Endoskop dagegen braucht eine aufwendige maschinelle Reinigung mit Desinfektion. Chirurgisches Besteck muss komplett sterilisiert werden, damit selbst der kleinste Keim keine Chance hat.
Gesetzliche Grundlagen und Richtlinien
In Deutschland sind die wichtigsten Gesetze und Regeln für Medizinprodukte klar festgelegt. Dazu gehören vor allem:
- Medizinprodukterecht-Durchführungsgesetz (MPDG)
- Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV)
- Empfehlungen der KRINKO, ergänzt durch Hinweise des BfArM
Seit 2024 gibt es einige neue Vorgaben, die Praxen direkt betreffen: Ein schriftlicher Hygieneplan muss vorhanden und für das Team leicht zugänglich sein, nicht irgendwo versteckt. Abläufe sollten regelmäßig geprüft und in Tests bestätigt werden. Die Dokumentation muss vollständig und jederzeit nachvollziehbar sein.
Schritt-für-Schritt zur sicheren Aufbereitung
Meist folgt die sichere Aufbereitung einem festen Ablauf:
- Vorbereitung: Sichtkontrolle und grobe Reinigung
- Reinigung: Schmutz und organische Reste entfernen
- Zwischenschritt: prüfen, ob wirklich alles sauber ist
- Desinfektion: gezielt Krankheitserreger verringern
- Sterilisation (bei kritischen Instrumenten): komplette Keimfreiheit erreichen
- Dokumentation: jeden Schritt genau festhalten
Moderne Technik im Hygienemanagement
| Technologie | Vorteil | Beispiel |
|---|---|---|
| Digitale Tracking-Systeme | Lückenlose Nachverfolgung | Instrumentensätze mit QR-Codes |
| Energieeffiziente Autoklaven | Reduzierter Verbrauch | Modell mit Wärmerückgewinnung |
Häufige Fehler vermeiden
Selbst mit klaren Abläufen tauchen in vielen Praxen immer wieder dieselben Probleme auf: Instrumente werden falsch zugeordnet oder die Reinigung ist unvollständig abgeschlossen. Eine gute Lösung ist, interne Audits mit Checklisten zu verbinden.
Blick in die Zukunft
Ab 2025 gilt für Praxen klar: Jährliche Hygieneschulungen sind Pflicht. Fachleute erwarten, dass bis 2030 über 80 % der Praxen digitale Dokumentationssysteme nutzen. Nachhaltigkeit gehört fest dazu: stromsparende Technik und wiederverwertbare Teile sind im Praxisalltag immer öfter im Einsatz.

